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Kann WDVS auf Holzuntergründen angebracht werden?

Kann WDVS auf Holzuntergründen angebracht werden?

Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) sind in Österreich durch allgemein geltende ÖNORMEN geregelt. Für deren Applikation auf Holzuntergründe nach ÖNORM B 6400 sind Holzwerkstoffplatten gemäß ÖNORM EN 13986 (ausgenommen poröse Platten) als Untergrund geeignet. Andere Holzwerkstoffe bedürfen eines Eignungsnachweises des Systemhalters!

Erschienen August 2014, A3 DAS BAUMAGAZIN

Um ein Bauprodukt als einzelnes für ein Bauwerk bewerten zu können, wurde der Begriff der Brauchbarkeit eingeführt. Nachgewiesen wird diese durch das CE-Kennzeichen.

Da WDVS im europäischen Raum als innovative Bauprodukte / Bausatz definiert sind (es gibt noch keine harmonisierte EN), basierte deren Zulassung auf der Leitlinie ETAG 004. WDVS auf Holzuntergründen wurden in dieser nicht betrachtet!

Die Erlangung einer Europäisch Technischen Zulassung (ETZ) für WDVS auf Holzuntergründen und in weiterer Folge einer CE-Kennzeichnung für diesen Bausatz, basierten auf dem Common Understanding of Assessment Procedure (CUAP) ETICS withrendering for the use on timber frame buildings.

Aus dem Anwendungsbereich des CUAP

  • Das WDVS kann auf neue und auf existie-rende Wände in Holz-Rahmenbauweiseaufgebracht werden. Bewitterte Wändemüssen vertikal angeordnet werden.
  • WDVS verfügen über keine lastabtragen-de Funktion. Daher muss die Unterkon-struktion, oder in Verbindung mit derBeplankung, sämtliche statische Aufga-ben übernehmen.
  • Das WDVS kann sowohl in Form einer Prä-fabrikation (in einer Fertigungshalle), alsauch in situ am schlussendlichen Aufstellungsort des Bauwerks aufgebracht werden. Alle Systembestandteile müssen inÜbereinstimmung mit der Zulassung (ETZ) und Verarbeitungsrichtlinien des Zulassungsinhabers verarbeitet werden. Dies schließt alle An- und Abschlüsse anbestehende Bauteile, wie z. B. Fenster, mit ein.

 

WDVS im Holzbau (Holzuntergründe)

Zur Anwendung kommen die folgenden drei relevanten WDVS auf Basis expandiertes Polystyrol (EPS), Mineralwolle/Steinwolle(MW) und Holzweichfaser (WF). Sie werden hauptsächlich als geklebte Systeme mit zusätzlicher mechanischer Befestigung verarbeitet. Der Untergrund muss nicht nur für die Verklebung geeignet sein, es muss auch der Auszugswiderstand der Befestiger für Holzuntergründe entsprechend ÖNORM B 6124 gewährleistet sein.

Da der Untergrund Holz spezifische Eigenschaften, vor allem betreffend Feuchtigkeit, aufweist, wurden hierfür gesonderte, von der ETAG 004 abweichende respektive ergänzende Prüfungen bzw. Prüfaufbauten in dem genannten CUAP definiert.

Fazit und Ausblick

Das CUAP korrelierte in einem Großteil der Prüfkriterien mit der bereits seit 2000 gültigen ETAG 004. Damit wurde eine Schnittstelle zwischen den Regelwerken für Holzwerkstoffe und dem Massivbau für das WDVS geschaffen. Im Sinne der seit 1.7.2013 gültigen Bauprodukteverordnung (BPV) werden keine ETZ mehr ausgestellt, sondern Europäisch Technische Bewertungen (ETB) auf der Grundlage eines Europäisch Technischen Bewertungsdokumentes (EAD). Derzeit sind ETZs weiterhin gültig, da es noch keinen Ersatz durch eine EAD für das CUAP für Holzuntergründe gibt.