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WDVS – Warum bringt ein System Sicherheit?

WDVS – Warum bringt ein System Sicherheit?

Laut Duden hat jedes Wort seine Geschichte, so auch das „System“. Die Herkunft des Begriffes wird mit „aus mehreren Teilen zusammengesetztes und gegliedertes Ganzes“ beschrieben. Auf dieser Basis – aus mehreren Teilen ein funktionierendes Ganzes zu erstellen – arbeiten viele verschiedene Bausysteme, inklusive Wärmedämmverbundsysteme (WDVS).

Erschienen Februar 2015, A3 DAS BAUMAGAZIN

Das WDVS

Die ETAG 004 [1] bezeichnet WDVS als einen Bausatz aus einem vorgefertigten Wärmedämmstoff, der auf Außenbauteile geklebt und mit einem Putz versehen wird. Er kann zusätzlich mit Hilfe von Dübeln,Profilen, Spezialteilen u. a. mechanisch befestigt werden. Der Putz besteht aus einer oder mehreren Schichten, die auf der Baustelle aufgebracht werden. Eine Schicht enthält die Bewehrung und wird direkt – ohne Luftzwischenraum oder Trennschicht – auf die Dämmplatten aufgebracht. Die europäischen und damit auch die nationalen Regelungen verpflichten alle Anbieter (Systemhalter und/oder Händler) dazu, komplette, zugelassene und CE-gekennzeichnete WDVS zu liefern.

Die System-Konsequenzen

A) Im System geprüft

Die geforderte Funktionalität (des Systems) wird nur im Zusammenwirken folgender Punkte sichergestellt:

  • Prüfung an Komponenten (z. B. Dübel),
  • Prüfung an Systemteilen (z. B. die Was-seraufnahme des Putzsystems),
  • Prüfung des vollständigen WDVS (z. B. hygrothermische Stabilität, Brandschutz),weil in den aufwendigen Prüfungen auchgegenseitige Wechselwirkungen überprüft werden.

Die Gewährleistung der kontinuierlichen Qualität der WDVS der einzelnen Hersteller erfolgt laufend durch eine notifizierte Produktzertifizierungsstelle im Rahmen der Fremdüberwachung der werkseigenen Produktionskontrolle (WPK). Dies basiert auf den Vorgaben der sogenannten Bauprodukteverordnung [2], die Gesetzeskraft hat.

B) Verwendung geprüfter Systeme

Unterstützung von der Idee über die Ausschreibung bis hin zur Ausführung erfolgenaus einer Hand:

  • projektbezogene Beratung aus einer Hand;
  • eindeutige Ausschreibungstexte sindmöglich;
  • „One-Stop-Shop“, alles von einem Sys-temhersteller;
  • Sonderlösungen nach Stand der Techniksind im System möglich;
  • vereinfachte Kontrolle der Systemkompo-nenten durch die Leistungserklärung [2];
  • Langzeiterfahrung der angebotenen undverwendeten Systeme.

 

C) System und Haftung

Der Systemhersteller gewährleistet für sein System, bei eventuellen Fehlern des Produktes! In [2] wird die Leistungserklärung eines WDVS eingefordert. Die erklärte Leistung in Bezug auf die wesentlichen Eigenschaften wird auf Basis unabhängig nachgewiesener Prüfungen durch den Systemhersteller definiert. Diese Eigenschaften kann der Systemhalter nur für diejenigen Systemkonfigurationen gewährleisten, die er geprüft hat und fortlaufend überwacht.

D) Ausbildung

Eine qualifizierte Ausbildung, z. B. die zum zertifizierten Fachverarbeiter WDVS, wie sie von den Bauakademien in Österreich angeboten wird (siehe www.bauakademie.at), ist nur mit einem System möglich! Sie ist vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft in den standardisierten Leistungsbeschreibungen gefordert!

E) Effizienz

Durch die Anwendung von geprüften Systemen sind Planungs- und Verarbeitungsabläufe auf Grund klarer Randbedingungeneffizient. Last, but not least muss das Grundanliegen des Wärmeschutzes (Energieeffizienz) angeführt werden. Ziel ist es, den gewünschten bzw. geforderten Wärmeschutz zu erreichen. Dafür sorgen u. a. geprüfte WDVS. Jedes erfolgreich geplante, applizierte undfunktionierende WDVS hilft bei der Erreichung der politischen Ziele Europa 2020 und darüber hinaus. Es handelt sich also nicht um einen reinen Selbstzweck!

Weiters werden so qualifizierte Arbeitsplätze für alle Beteiligten (Produktion, Herstellung, Hand-werker und Planer) geschaffen und erhalten.

 

[1]ETAG 004: GUIDELINE FOR EUROPEAN TECHNICALAPPROVAL of EXTERNAL THERMAL INSULATION COMPO-SITE SYSTEMS (ETICS) WITH RENDERING. EOTA (2013)

[2] Bauprodukteverordnung: VERORDNUNG (EU) Nr.305/2011 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DESRATES vom 9. März 2011 zur Festlegung harmonisierter Bedingungen für die Vermarktung von Bauprodukten und zur Aufhebung der Richtlinie 89/106/EWG des Rates. ver-öffentlicht im Amtsblatt der Europäischen Union am 4. 4. 2011 (2011)