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Worauf ist bei Detailanschlüssen zu achten? Was gilt bei WDVS und Sockel und Fensterbank?

Worauf ist bei Detailanschlüssen zu achten? Was gilt bei WDVS und Sockel und Fensterbank?

Die Fassade eines Gebäudes ist vor allem in unseren Breiten extremen klimatischen Belastungen ausgesetzt. Zwei Detailbereiche seien hier hervorzuheben: der Anschluss des Wärmedämmverbundsystems (WDVS) an Fensterbank und Fensterkonstruktion und der Spritzwasserbereich, auch Sockelbereich genannt.

Im Bereich der Fensterbank ist das Zusammentreffen unterschiedlicher Gewerke undverschiedener bauphysikalischer Eigenschaften der Baustoffe für das Detail maßgebend. Im Spritzwasserbereich sind es vorallem äußere Einflüsse wie Frost-Taubelastung, Salze und mechanische Belastungen,die einwirken. Voraussetzung für eine dauerhafte Funktion des WDVS ist die systemkonforme Planung, Anwendung und Verarbeitung deraufeinander abgestimmten Komponentendes Systemhalters sowie im Rahmen der Nutzung die Pflege und Wartung.

WDVS im Sockel

Im April 2014 erschien die überarbeitete Verarbeitungsrichtlinie Sockel der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft Putz (ÖAP) und der ARGE Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme (QG WDS). Diese Richtlinieverfolgt das Ziel, rasch und zuverlässig Planern, ausschreibenden Stellen, Generalunternehmern und Verarbeitern Auskunft über den derzeitigen Stand der Technik zugeben, um eine fachgerechte Ausführungzu ermöglichen. In den meisten Fällen sind Mängel und Schäden im Bereich des Sockels auf Feuchtigkeit zurückzuführen, mit der Folge, dass dieser Ausblühungen, Hohllagen, Abplatzungen etc. aufweist. Die Ursache ist häufig eine falsche oder unzureichende Planung,oder eine nicht abgestimmte Koordinationund/oder Ausführung der Schnittstellen

Für die Planung und Ausführung des Spritzwasserbereiches ist zu beachten (Auszug):

  • Festlegung und Verwendung von system-konformen Komponenten;
  • Details (z. B. Lichtschächte, Anschlüsseund Übergange) müssen in der Planungs-phase ausgearbeitet werden;
  • Oberflächenwasser ist konstruktiv vomGebäude wegzuleiten;
  • die Festlegung des Terrains muss vor Be-ginn der Arbeiten durch den Planendenerfolgen und
  • Schutzschicht gegen mechanische undthermische Beanspruchung.

Die Richtlinie zur Planung und Verarbeitung des Sockelbereichs mit allen weiteren De-tails ist über die ÖAP unter www.oeap.at erhältlich.

WDVS und ein dauerhafter Fensterbankanschluss

Im Mai 2014 wurde die überarbeitete Richtlinie „Fensterbank“ publiziert, bei der sich die QG WDS aktiv beteiligt hat. Neben der optischen Gestaltung eines Gebäudesdient die äußere Fensterbank primär dem Witterungsschutz. Sie hat inkl. der Anschlüsse die Aufgabe, das Oberflächenwasser von Fenster und Fassade kontrolliert abzuleiten und einen Wassereintritt in die Konstruktion bzw. in das WDVS dauerhaft zu verhindern.

Anspruchsvolle Details inkl. dem Fensterbankanschluss müssen bei einer Vielfalt an Anschlussmöglichkeiten gelöst werden. Auf die Nahtstelle der hier aufeinandertreffenden Gewerke ist ein besonderes Augenmerkzu richten.

Ziel der o. g. Richtlinie ist es, das Bewusstsein aller beteiligten Gewerke zuwecken und Lösungsansätze für Planer, Ausschreibende und Ausführende aufzuzeigen.

Das Gesamtsystem, bestehend aus Wand-bildner, Fassadensystem, Fenster samt Sonnenschutz und Fensterbank, muss aufeinander abgestimmt sein und ist möglichst vorab zu planen. Aufgrund des Zusammentreffens verschiedenster Gewerke ist es erforderlich, nicht nur die Einbaudetails der Fensterbank, sondern auch den gesamten Fenstereinbau und die WDVS-Anschlüsse an Fenster und den Sonnenschutz

  • im Detail zu planen,
  • die Anforderungen der Gewerke zu defi-nieren und
  • zu koordinieren.

Ein Planer für die o. g. Problematik ist deshalb empfehlenswert.

Ein reibungsloser Bauablauf in Bezug auf technische Verein-barkeit und ordnungsgemäße Leistungserbringung ist sichergestellt.

Die Anschlüsse müssen vom Planer aufgenommen und geplant werden. Nur so kann verhindert werden, dass es zu unzureichenden oder improvisierten „Baustellenlösungen“ kommt. Planungsaufgaben gehören in der Regel nicht zum Aufgabenbereich des ausführenden Fachunternehmers. Diesbezüglich besteht für alle im Bereich der Fensterbank tätigen Gewerke eine besondere Prüf- und Hinweispflicht gegenüber dem Bauherrn, wenn bauseits kein Planer beauftragt wurde.

 

Hier geht´s zur Richtlinie.

Dieser Artikel ist im September 2014, erschienen. A3 DAS BAUMAGAZIN