Fachlexikon

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Windsog

Ist eine senkrecht zur Wand wirkende Kraft infolge von Windbelastung. Windsogkräfte sind in DIN 1055 festgelegt und erzeugen axiale Zugbeanspruchungen in den Dübeln. Die axialen Zugkräfte werden über den Kleber und/oder entsprechende Dübelmengen pro Quadratmeter mit den entsprechenden zulässigen Dübeltraglasten in den Verankerungsgrad abgetragen.

Wasserdampfdiffusionswiderstand

Drückt aus, wie stark ein Baustoff die Diffusion (Ausbreitung) von Wasserdampf verhindert; Messung mittels Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl μ [1].

Wasserdampfdiffusion

Jener Vorgang, bei dem ein Konzentrationsunterschied von Wasserdampfmolekülen in verschiedenen Schichten der Luft oder eines Bauteils ausgeglichen wird. Je nach Größe des materialabhängigen Dampfdiffusionswiderstands erfolgt der Konzentrationsausgleich langsamer oder schneller. Um die Diffusion zu bremsen oder gar zu unterdrücken, kann eine Dampfbremse eingesetzt werden.

Wärmeverlust

Konstruktionsbedingter Verlust von Wärme aufgrund von Wärmebrücken, speziell bei erdberührten Bauteilen. Besonders der Übergang im Kellergeschoss zwischen Bodenplatte und erdberührter Außenwand ist ein wärmedämmtechnisch kritischer Bereich. Die Anforderungen an einen Dämmstoff für diesen Bereich gehen über die üblichen Anforderungen deutlich hinaus. Hier muss der im Erdreich eingebaute Dämmstoff den Druckspannungen und Feuchtebelastungen dauerhaft schadensfrei standhalten. Hier hat sich beispielsweise extrudiertes Polystyrol (> XPS) als Dämmung unter lastabtragenden Bodenplatten und in Umkehrdachkonstruktionen bewährt.

Wärmeübertragung

Die Wärmeübertragung kann in drei verschiedenen Formen erfolgen: in Form von Wärmeleitung bei festen, flüssigen und gasförmigen Stoffen; von Wärmemitführung bei flüssigen und gasförmigen Stoffen und von Wärmestrahlung in transparenten Stoffen und Vakuum. Bei Baustoffen wird die Wärmeübertragung durch die Eigenschaft Wärmeleitfähigkeit ausgedrückt.

Wärmetauscher

Gerät, bei dem die Wärmeenergie zweier aneinander vorbeiströmender Medien getauscht wird (z.B. kalte Luft wird vorgewärmt).

Wärmespeicherkapazität c

Gibt an, wie viel Wärmeenergie im Bauteil gespeichert werden kann [kJ/kg K].

Wärmepumpe

Gerät, bei dem durch geringfügig zusätzlich eingebrachte Energie das Medium (Wasser) auf ein höheres Temperaturniveau gebracht wird.

Wärmeleitung

Meint das Übertragen von Bewegungsenergie zwischen Stoffteilchen durch das Anstoßen von Molekül zu Molekül. Es erfolgt kein Transport von Materie, sondern nur von Energie. Wärmeleitung wird von folgenden Faktoren beeinflusst: dem Gefüge des Baustoffs, dem herrschenden Temperaturgefälle und den Feuchtigkeitsverhältnissen. Die Wärmeleitung macht unter baupraktischen Bedingungen den größten Anteil der Wärmeleitfähigkeit aus.

Wärmeleitfähigkeit.

Physikalischer Begriff, der darüber Auskunft gibt, wie gut oder schlecht ein Material Wärme leitet. Dämmstoffe besitzen eine niedrige Wärmeleitfähigkeit.

Wärmedurchgangskoeffizient

siehe U-Wert.

Wärmedämmverbundsystem

(abgekürzt WDVS, bekannt als Vollwärmeschutz) ist ein System zum außenseitigen Dämmen von Gebäudeaußenwänden. Das Dämmmaterial (Dämmstoff) wird mit Hilfe von Kleber und/oder Dübel (Tellerdübel) auf dem bestehenden Untergrund (zum Beispiel Ziegel, Kalksandstein, Beton) befestigt und mit einer > Armierungsschicht versehen. Die Armierungsschicht besteht aus einem > Armierungsmörtel (Unterputz), in dem ein Armierungsgewebe eingebettet wird. Den Abschluss des Systems bildet ein Außenputz (Oberputz), der je nach Anforderung oder gestalterischen Aspekten noch gestrichen wird.

Wärmedämmung

Sammelbenennung für alle Maßnahmen, welche die Wärmeübertragung vermindern. Wärmedämmung ist notwendig, weil Wärme immer bestrebt ist, von einem hohen Temperaturniveau zu einem niedrigeren zu wandern.

Wärmebrücke

Wärmebrücken (fälschlicherweise oft als Kältebrücke bezeichnet) sind Bereiche in Bauteilen eines Objekts, durch die die Wärme schneller nach außen transportiert wird als durch angrenzende Bauteile. Im Bereich von Wärmebrücken sinkt bei kalten Außentemperaturen die raumseitige Oberflächentemperatur von Bauteilen stärker ab als in den „Normalbereichen“. Bei Unterschreiten der Taupunkttemperatur fällt Tauwasser (Kondenswasser) aus. An Wärmebrücken besteht die Gefahr von Schimmelbildung. Besonders an Bauteilanschlüssen gilt es, Wärmebrücken durch eine detaillierte Planung und sorgfältige Bauausführung zu vermeiden.